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21.02.2025

Christophe Torrent – bereit, zu Hause zu glänzen

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Der Walliser hofft, sein drittes Weltcup-Rennen nur wenige Kilometer von seinem Zuhause entfernt auf der Piste Nationale in Crans-Montana bestreiten zu können. Mit 25 Jahren wäre dies der erste Höhepunkt einer Karriere, die nicht immer einfach war.

Fünf Jahre. Fünf Jahre sind seit seiner schweren Verletzung am rechten Knie (Kreuzbandriss) vergangen. Seither scheint Christophe Torrent endlich seinen Platz im Ski-Zirkus gefunden zu haben. Nach starken Leistungen im Europacup, darunter einem Abfahrtssieg in Crans-Montana vor einer Woche, hofft er, an diesem Samstag sein drittes Weltcup-Rennen auf der Piste Nationale bestreiten zu dürfen. Dafür muss er sich allerdings noch beim internen Qualifikationslauf am Freitag durchsetzen.

Vor seinem eigenen Fanclub möchte der Arbaziener seine ersten Weltcup-Punkte holen. Vor allem aber wäre es ein weiterer Meilenstein in einer Laufbahn mit Höhen und Tiefen. Christophe Torrent brillierte in sämtlichen Nachwuchskategorien, doch kurz vor seinem 17. Geburtstag erlebte er einen ersten Rückschlag. «Ich war ziemlich talentiert und habe als Kind relativ leicht gewonnen», erinnert er sich. «Aber dann gab es ein paar saftige Ohrfeigen.» Kein Wunder – er musste sich an den Körper eines Erwachsenen gewöhnen, der mit dem Wachstum einige Kilos zulegte, und lernen, mit Rückschlägen umzugehen.

Zwischen Weltcup und Europacup

Dank der grossen Unterstützung seiner Eltern – finanziell wie auch mental – hat der Walliser nie aufgegeben. Vor zwei Saisons schloss er sich den Weltcup-Trainingsgruppen an, während er weiterhin im Europacup überzeugte. «Als ich zur Weltcup-Gruppe stiess, wurde ich super aufgenommen – das war cool», sagt der 25-Jährige begeistert. «Aber um mich wirklich als Weltcup-Fahrer zu fühlen, müsste ich eine komplette Saison bestreiten. Dann könnte ich es mit Überzeugung sagen, ohne mich unwohl zu fühlen.»

Torrent stammt aus einer Skifamilie: Sein Vater François arbeitet bei Atomic, seine Mutter Véronique – einst Mitglied des B-Kaders von Swiss-Ski – war «sehr talentiert, aber nicht verrückt nach hartem Training». Auch seine beiden älteren Brüder wuchsen im Skiumfeld auf. Eine Karriere als Profiskifahrer schien somit vorgezeichnet.
«Aber ich mag Sport allgemein sehr gerne. Ich habe lange Fussball gespielt und spiele immer noch Tennis», erzählt der grosse Fan des FC Sion, der in seiner Freizeit auch gerne angeln geht.

Mit Humor und Ehrgeiz zum Erfolg

Der Skifahrer, der seine ersten Schwünge in Anzère gemacht hat, ist für seinen Humor ebenso bekannt wie für sein Talent auf den Skiern. Er gilt auf dem Rennzirkus als Spassvogel unter seinen Kollegen. Dennoch nimmt er das Leben «ziemlich ernst», wie er betont.
«Man glaubt oft, ich mache ständig Witze. Aber in Wirklichkeit bin ich sehr gewissenhaft, äusserst präzise und perfektionistisch. Diese Eigenschaften braucht es wohl, wenn er in die Fussstapfen seines Idols Didier Cuche treten möchte. Dessen Poster hängt noch immer in seinem Zimmer. Der Neuenburger war 2012 der letzte Schweizer, der sich auf der Piste Nationale durchsetzen konnte. Warum nicht eines Tages in seine Fussstapfen treten?