Peter Gerdol: «Wir wollten die Athletinnen keinem übermässigen Risiko aussetzen»
Die Absage der Abfahrt des FIS Ski Weltcups in Crans-Montana wurde nach dem Start von sechs Athletinnen zur logischen Konsequenz. Die Sicherheitsbedingungen waren nicht mehr gegeben.
Die Frauenabfahrt des FIS Ski Weltcups in Crans-Montana wurde gestrichen, anstatt sie bei einsetzendem Schneefall fortzusetzen. Das Organisationskomitee und die FIS mussten sich nach dem Start von sechs Athletinnen, von denen drei das Rennen auf der Piste Mont Lachaux nicht beenden konnten, der Realität stellen. Der Sturz von Lindsey Vonn überzeugte die Rennjury schliesslich davon, dass eine Absage die beste Lösung war.
«Das Problem ist, dass die Situation und die Sichtverhältnisse plötzlich zu gefährlich wurden», erklärt Peter Gerdol, Rennleiter des Frauen FIS Ski Weltcups. Dabei sah die Lage gegen 10:00 Uhr noch ganz anders aus, als die Österreicherin Nina Ortlieb als Erste aus dem Startgate fuhr. «Wir wussten, dass wir nur ein sehr kurzes Zeitfenster hatten. Dieses hat sich durch die Unterbrechungen weiter verkleinert. Wir haben viel Zeit verloren und am Ende wurde die Situation eindeutig zu gefährlich.»
Eine dennoch gut präparierte Piste
Die Piste Mont Lachaux, obwohl für ihre hohe Schwierigkeit bekannt, war gut vorbereitet. Sie war nicht ursächlich für die Stürze von Nina Ortlieb, Marte Monsen und Lindsey Vonn. «Die Piste an sich ist sehr gut. Die Organisatoren haben gute Arbeit geleistet», betont Corinne Suter, eine der drei Athletinnen, die das Ziel vor der Absage erreichen konnten. «Das Problem war die Sicht. Wenn man nicht richtig sieht, wird es extrem schwierig, insbesondere auf einer solchen Piste. Die Entscheidung, die Abfahrt abzusagen, war aus meiner Sicht richtig.»
Dieser Einschätzung schliesst sich auch die Französin Romane Miradoli an. «Man muss vernünftig bleiben und sicherstellen, dass alle Athletinnen gesund unten ankommen, mit Blick auf die anstehenden Termine», sagt die Französin mit Blick auf die Olympischen Spiele, die in einer Woche beginnen.
Technische Fehler und schlechte Sicht
Auch wenn die Stürze der drei Athletinnen durch technische Fehler ausgelöst wurden, trugen die Rennbedingungen dazu bei. «Die Athletinnen machten Linienfehler, diese waren jedoch darauf zurückzuführen, dass sie das Gelände nicht mehr richtig erkennen konnten. Die Bodensicht war unzureichend. Aus diesem Grund haben wir uns für eine Absage entschieden», erklärt Peter Gerdol. «Ich weiss, dass Skifahren ein Hochrisikosport ist, aber wir wollen die Athletinnen keinem übermässigen Risiko aussetzen.»
Zumal für die Frauen am Samstag noch ein weiteres Speedrennen auf dem Programm steht. Nach der Absage der Abfahrt ist es möglich, dass der ursprünglich geplante Super-G durch eine Abfahrt ersetzt wird. Sicher ist jedoch, dass die Wetterprognosen für die kommenden Tage im Wallis deutlich besser ausfallen.