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01.02.2026

«Ich fühle mich in Crans-Montana wie zu Hause»

Franjo von Allmen hat es Malorie Blanc gleichgetan und die Abfahrt des Audi FIS Ski Weltcups auf der Piste Nationale gewonnen, womit er ein grossartiges Wochenende für die Botschafterinnen und Botschafter von Crans-Montana 2027 perfekt machte.

Im Zielbereich bedankt sich Franjo von Allmen beim Publikum von Crans-Montana mit einem ebenso eleganten Skischwur wie einst Didier Cuche. Die Geste ist ebenso sympathisch wie historisch. Vierzehn Jahre nach dem Erfolg des Neuenburgers im Super-G auf der Nationale ahmte der Berner seinen berühmten Vorgänger bei der heutigen Abfahrt nach und bestätigte damit seinen Sieg aus dem vergangenen Winter unter Walliser Sonne. «Man kann sagen, dass ich mich hier wie zu Hause fühle. Es ist cool, ich konnte nach der Leistung vom letzten Jahr noch einen draufsetzen», lacht der Weltmeister, bejubelt von zahlreichen Fans, die stolz ihre Schweizer Fahnen schwenken.

Wie schon vor zwölf Monaten liess der «wilde Hund» die Piste Nationale erneut mit seiner Klasse erstrahlen. Unantastbar und getragen von einem ganzen Volk lieferte Franjo von Allmen auf einer Strecke, die er besonders schätzt, eine Demonstration ab, wie sie nur ihm gelingt. «Ich mag diese Art von Strecke, auf der man gleiten, das Tempo halten und aufbauen muss», erklärt der Skifahrer aus Boltigen, der sich mit deutlichem Vorsprung vor dem Italiener Dominik Paris und dem Amerikaner Ryan Cochran-Siegle durchsetzte. Zumal er mit echten Geschossen unter den Füssen unterwegs war. «Auf solchen sehr schnellen Pisten kann es bei gutem Gefühl entweder sehr langsam oder sehr schnell gehen. Ich war auf der richtigen Seite», sagt er mit einem Lächeln.

Das Lob von Marco Odermatt

Eine Leistung, die seinen Landsmann Marco Odermatt «beeindruckt» hat. «Man weiss, wenn Franjo auf dieser Piste keinen Fehler macht, ist es sehr schwierig, ihn zu schlagen, fast unmöglich», betont der Nidwaldner, der knapp neben dem Podest klassiert ist. «Die Nationale ist eine schöne Piste, angenehm zu fahren, aber nicht extrem schwierig. Man weiss, dass man von oben bis unten perfekt sein und vom ersten bis zum letzten Schwung ein hohes Tempo halten muss. Und genau in dieser Situation ist Franjo sehr, sehr stark.»

Wie ein Symbol krönte Crans-Montana an diesem Wochenende Malorie Blanc und Franjo von Allmen, die beiden Botschafter für die kommenden FIS Alpinen Ski Weltmeisterschaften. «Man kommt immer gerne dorthin zurück, wo man gut Ski fahren kann. Das gibt Vertrauen und auch viel Lust auf das nächste Jahr», sagt der Berner mit einem Lächeln, der 2027 bereits im Hinterkopf hat.

Vertrauen und Energie für die Olympischen Spiele

Kurzfristig stehen jedoch die Olympischen Spiele im Fokus. Die Abfahrt ist bereits für nächsten Samstag in Bormio auf der Stelvio angesetzt, einer weiteren legendären Strecke des Weltcup-Zirkus, auf der er im vergangenen Winter ebenfalls glänzte, mit Rang zwei hinter seinem Landsmann Alexis Monney. «Das ist eine optimale Vorbereitung. Das Selbstvertrauen wächst natürlich mit einem Sieg.»

Nach einem sehr intensiven Januar wird es nun wichtig sein, sich gut zu erholen, bevor es Richtung Italien geht, auch wenn das heutige Rennen Franjo von Allmen zusätzlichen Schwung verliehen hat. «Zu Hause zu fahren ist immer etwas Besonderes. Tage wie heute geben unglaublich viel Energie, und genau das nehme ich für die kommenden Herausforderungen mit.» Und auch Motivation, vielleicht schon bald Gold um den Hals zu tragen, nachdem er erneut seinen Ski in die Höhe geworfen hat.

Foto: 360DSM